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BLACK BOX ECUADOR Installation
Vernissage am 24. September 2010 um 18 Uhr
25. September – 22. Oktober 2010
Schlossplatz Berlin-Mitte
täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr
Eintritt frei

Mitten auf dem Berliner Schlossplatz, am künftigen Ort des Humboldtforums, sind vier schwarze Boxen aufgebaut: die Kunstinstallation BLACK BOX ECUADOR! Die großen Boxen stehen auf der Spitze, auf der Kante oder auf dem Boden, so, als hätte man versucht, durch Schütteln und Umwerfen das Innere zu erkunden und nach Außen zu bringen – lose und gleichzeitig dynamisch angeordnet, gewähren sie Einblicke in die Welt Afro-Ecuadors. Es gibt kaum einen passenderen Ort in Berlin für dieses Kunstprojekt von Isabel Raabe und Franziska Sauerbrey aus Anlass des 200. Jahrestages der Unabhängigkeit Lateinamerikas.



Sinnlich, künstlerisch und gleichzeitig historisch fundiert erzählen die großen schwarzen Boxen vom
Chota-Tal, einer der ärmsten Regionen Ecuadors. Film, Fotokunst und Audioinstallationen erwarten
den Besucher bei Betreten der Boxen. Kein rein wissenschaftlich-informatives Projekt soll hier geboten werden, sondern eine künstlerische Auseinandersetzung mit den Fragen nach Sklaverei, ihrer Geschichte und dem, was das mit uns in Europa heute zu tun hat. Umso mehr, weil die Beschäftigung mit dem Chota-Tal zur Auseinandersetzung mit kolonialer Vergangenheit, europäischem Herrschaftsdiskurs und eurozentristischer Weltdeutung wird. Ganz im Sinne Alexander von Humboldts, den eine seiner wichtigsten Reisen nach Ecuador führte. Geografisch weit entfernt und vollkommen unbekannt, ist das Chota-Tal doch eng mit der europäischen Geschichte verquickt.

Die BLACK BOX 1 erlaubt dem Besucher erste Einblicke in die Geschichte der Sklaverei in Ecuador.
Sichtschlitze lassen Zeichnungen erkennen. Ausschnitte eines Essays zur Sklaverei von Alexander von Humboldt sind zu hören.

Die begehbare BLACK BOX 2 nimmt den Faden der Geschichte auf und schlägt mit Fotos und Filmen den Bogen von frühen Aufständen hin zu heutigen politischen Bewegungen und zum gegenwärtigen Alltag im Chota-Tal.

Eine kurios scheinende Mischung aus afrikanischen und lateinamerikanischen Klängen hört man in
der BLACK BOX 3: La Bomba und Banda Mocha. Auf Instrumenten gespielt, die aus Kürbissen, Agaven und anderen heimischen Pflanzen gemacht werden, und getanzt mit einer Flasche auf dem Kopf, ist diese Musik selbstbewusster Ausdruck der afro-ecuadorianischen Identität.

Die BLACK BOX 4, auf der Kante balancierend, widmet sich den afro-ecuadorianischen Fußballgöttern. Die Afro-Ecuadorianer, mit nur 10% Bevölkerungsanteil, stellen die meisten Spieler der Nationalmannschaft des Landes.

Konzipiert und kuratiert von Isabel Raabe und Franziska Sauerbrey, büro für kulturelle angelegenheiten. Künstler: Edizon León Castro und Jorge Vinueza García (Fotografen), Jorge Luis Narváez und Rodolfo Muñoz (Filmemacher), Wissenschaftliche Mitarbeit: Rocío Vera Santos

Die Installation BLACK BOX ECUADOR wird im Rahmen des Schwerpunktes „America Latina“ der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb gefördert. Kooperationspartner sind die Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum, die Botschaft der Republik Ecuador und das Ibero-Amerikanische Institut, Berlin, sowie das Centro Cultural Afroecuatoriano (Quito).

(Quelle: sauerbrey | raabe, büro für kulturelle angelegenheiten)
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